BUND-Stellungnahme zum B-Plan "Katzenstein VII" vom 7.9.2012 an die Stadt Wernau

Bebauungsplan-Entwurf Katzenstein VII
Stellungnahme zur Öffentlichen Auslegung

Sehr geehrte Damen und Herren!

Für die Beteiligung an der Öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs "Katzenstein VII" und das Zusenden von Unterlagen möchten wir uns bedanken. Um die Abgabefrist noch einzuhalten, erhalten Sie jetzt die Aufstellung der wesentlichen Punkte in Kurzform.

Folgende Punkte sind uns aufgefallen, die noch einer Erörterung bedürfen:

  • Die Änderung der bewaldeten Fläche entlang der Hangkante des Laichlewalds von "Grünfläche" in "bestehendes Wohngebiet" im neuen Flächennutzungsplan führt zu sehr weitgehenden Änderungen, die nach unserer Einschätzung durch das Verfahren der Innenentwicklung nach dem BauGB nicht erfasst werden.
  • Die Lage einer durchgehenden Tiefgarage oberhalb des Landschaftsschutz-Gebiets mit Öffnung zur Talseite führt dort zu starken Beeinträchtigungen durch Lärm, Abgase und künstlicher Belichtung "Lichtverschmutzung". Die Auswirkungen auf das Landschaftsschutz-Gebiet werden nicht erfaßt in der Aufzählung der Beeinträchtigungen von Umweltauswirkungen.
  • Die "Pflegemaßnahmen" eines abgestuften Waldrands verursachen einen erheblichen Eingriff in den Bestand. Dort befinden sich große Eschen und Ahornbäume, die durch solche "Pflege" in ihrer ihrem Fortbestand gefährdet sind. Es handelt sich dabei nicht um Pflegemaßnahmen im Sinne des Naturschutzes! Das vorgesehene regelmäßige Roden der Waldkante verursacht außerdem dauerhaft Kosten, für die der Kostenträger benannt werden sollte!


Ein vorgesehenes städtisches Leitungsrecht auf Flächen unterhalb der Hangkante hat weitere Baumfällungen zur Folge. Außerdem sind die Flächen im Steilhang für das Verlegen von hangparallelen Leitungstrassen nach unserer Einschätzung eher ungeeignet, da Arbeiten hier nur mit hohem technischen Aufwand durchgeführt werden können.
Noch immer fehlt die durchgeführte Baumkartierung im Laichlewald als Anlage in den Planunterlagen. Für die Bewertung des Eingriffs halten wie diese Quelle für unverzichtbar.

  • Hinweise zum Vogelgutachten: Beeinträchtigungen entstehen nicht nur in den zukünftig für die Bebauung vorgesehenen Flächen. Die Auswirkungen des Eingriffes auf das Landschaftsschutz-Gebiet sind erheblich und deshalb unbedingt darzustellen. Die Zeiten an denen Vogelbeobachtungen durchgeführt wurden, sollte angegeben werden.
  • Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sind erheblich, da die gesamte Neubebauung am Mörikeweg über die Waldkante hinausragen wird. Dies wurde vom Landschaftsplaner bisher in seiner Tragweite nicht erfaßt. Hinweisen möchten wir auch auf die Nähe zum Naturschutzgebiet "Wernauer Baggerseen". Dies betrifft die Bedeutung als Rückzugsraum für Vögel ebenso wie die Dominanz der Talansicht für den Landschaftsraum!
  • Die Dichte der zukünftigen Bebauung übersteigt das vorhandene Maß bei Weitem. Auch für die Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden sollten die Mindestanforderungen der Landesbauordnung gelten, um für Belichtung und Belüftung die vorgeschriebenen gesunden Wohnverhältnisse zu erhalten.


Fazit: Es scheint, der Eingriff in den Wald und die erheblichen Eingriffe durch die "Pflegemaßnahmen" am Waldrand haben als Ziel, der neuen Bebauung vor allem die Aussicht über das Neckartal zu ermöglichen. Dagegen äußern wir erhebliche Bedenken! Eine Verbesserung der städtebaulichen Situation lässt sich nach unserer Einschätzung eher durch eine Nordost-Südwest-Ausrichtung der Gebäude erreichen. Damit wären auch die städtebaulichen Umweltbelange eher berücksichtigt.

Eine Gleichbehandlung der Wald-Anwohner in der Schillerstraße hätte auch dort sehr weitgehende Eingriffen in den Waldbestand zur Folge. Für den Laichlewald als wichtige Grünzäsur bliebe dann kaum noch Fläche erhalten!

Hinweis: Geplante Ausgleichsmaßnahme in den Herbstwiesen beim Sportplatz Kehlenberg: Ein dringender Bedarf besteht für das Gebiet Weidachtal, die Hintere Ebene und das Hesslenbachtal in der Anlage zusätzlicher Laichmöglichkeiten für Amphibien! Eine hohe Population von Kröten und Fröschen wurde in den vergangenen Jahren auf der Weidachgasse und der Nordöstlichen Randstraße eingesammelt. Mit Erschließung des Baugebiets „Adlerstraße Ost 2“ ist der Zulauf für den Bach an der Weidachgasse versiegt und die Lebensräume für Amphibien dort sind verloren gegangen. Ein Ersatz wäre dringend notwendig!

Mit freundlichem Gruß

für den BUND-Kreisverband

 M. Knödel

 

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